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Wem gehört LFDY? Die Eigentümer hinter der Streetwear-Marke
Wer sich auch nur ein bisschen mit deutscher Streetwear beschäftigt, ist früher oder später über drei Buchstaben gestolpert: LFDY. Die Shirts, Hoodies und Caps mit dem markanten Schriftzug tauchen auf Instagram, in den Straßen von Düsseldorf, Köln oder Berlin und mittlerweile auch international auf. Doch wer steckt eigentlich hinter dem Label, und wem gehört LFDY konkret? Die Antwort ist überraschend unkompliziert: Die Marke befindet sich vollständig in der Hand ihrer Gründer.
Die Kurzantwort: LFDY gehört den Gründern selbst
LFDY, wurde von Lorenz Amend und Patrick van den Heuvel ins Leben gerufen. Beide halten bis heute die Kontrolle über das Unternehmen, das offiziell als Live Fast Die Young Clothing GmbH mit Sitz in Düsseldorf firmiert. Es gibt keine externen Investoren, keine Beteiligung von Private-Equity-Gesellschaften und keine Börsennotierung. Wer also fragt, wem LFDY gehört, bekommt eine klare Antwort: den Machern, die das Label aus dem Nichts aufgebaut haben.
Geschäftsführer der GmbH sind aktuell Lorenz Amend und Karl Krumland, der als CFO die Finanzen verantwortet. Amend selbst betont in Interviews immer wieder, dass Unabhängigkeit für ihn kein Marketing Begriff, sondern ein Geschäftsprinzip ist. Genau diese Haltung hat LFDY über die Jahre einen besonderen Ruf in der Szene eingebracht.
Die Geschichte: Vom Hinterhof in Düsseldorf zur größten deutschen Streetwear-Marke
Um zu verstehen, warum die Eigentümerstruktur bei LFDY so eng mit der Gründerpersönlichkeit verknüpft ist, lohnt ein Blick zurück. Lorenz Amend, in der Szene auch als „Lolo” bekannt, investierte kurz nach seinem Abitur 2005 in eine Siebdruckmaschine. Er hatte weder eine Ausbildung im Modebereich noch ein Studium in diesem Feld absolviert. Seine Motivation war schlicht die Leidenschaft für Grafik, Hip-Hop und Street Kultur.
Zusammen mit Patrick van den Heuvel druckte er zunächst in einem knapp 40 Quadratmeter großen Hinterhof im Düsseldorfer Stadtteil Flingern T-Shirts auf Kundenwunsch. Die Nachfrage wuchs, erste Verkäufe liefen über Ebay. Im Dezember 2012 kam mit Jordan Lastro ein dritter Partner dazu, und gemeinsam gründeten die drei offiziell die Live Fast Die Young Clothing GmbH samt eigenem Onlineshop.
Der Name des Labels ist eine Anlehnung an das Motto, das mit dem Schauspieler James Dean verbunden wird, und traf offenbar genau den Nerv einer jungen Zielgruppe, die sich mit dieser Lebenseinstellung identifizieren konnte.
Der Durchbruch durch Fußballer und Influencer
Ein wesentlicher Meilenstein für das Wachstum der Marke war ein Instagram-Foto im Juni 2014. Fußballer Mario Götze postete ein Bild mit seinem Freund Marco Reus, der eine Kappe mit dem LFDY-Schriftzug trug. Das Foto verbreitete sich rasant und brachte der Marke enorme Aufmerksamkeit, ohne dass LFDY dafür einen Cent für klassische Werbung ausgegeben hätte. Auch Weltmeister Christoph Kramer trug öffentlich Stücke des Labels, was den Bekanntheitsgrad in Fußballkreisen zusätzlich steigerte.
Statt auf klassische Kampagnen zu setzen, verließ sich Amend konsequent auf Social Media und persönliche Kontakte zu Sportlern und Musikern. Diese Strategie, kombiniert mit limitierten Kollektionen und einem reinen Direktvertrieb über eigene Kanäle, machte LFDY zu einem der am schnellsten wachsenden Modeunternehmen Deutschlands.
Zahlen, Umsatz und Unternehmensentwicklung
Die wirtschaftliche Entwicklung von LFDY liest sich beeindruckend. Im zweiten Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen bereits einen Umsatz von 1,32 Millionen Euro, der im Folgejahr um weitere 30 Prozent stieg. Diese Dynamik setzte sich fort: Für das Jahr 2020 nannte CFO Karl Krumland einen Umsatz von rund 34,5 Millionen Euro. Schätzungen für die Folgejahre gehen von einem noch deutlich höheren Betrag aus, da LFDY seine Store-Präsenz kontinuierlich ausgebaut hat.
Heute betreibt das Unternehmen Flagship-Stores unter anderem in Düsseldorf, Köln, Berlin, Hamburg, München, Amsterdam, Paris und London. Der Vertrieb läuft dabei ausschließlich über den eigenen Onlineshop sowie diese firmeneigenen Filialen. Auf Plattformen wie Zalando oder Asos sucht man vergeblich LFDY-Produkte , was Teil der bewussten Markenstrategie ist.
Produziert werden die Kollektionen überwiegend in der Türkei, in China und in Pakistan. Nach eigenen Angaben führt das Unternehmen dabei ausführliche Gespräche mit den Produktionsstätten und definiert verbindliche Standards für die Zusammenarbeit.
Warum LFDY bewusst auf Investoren verzichtet
In einem Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin Vivid erklärte CEO Karl Krumland, dass das exponentielle Wachstum von LFDY nicht auf einem klassischen Businessplan basierte, sondern organisch aus einer authentischen Markenidentität heraus entstand. Die Entscheidung gegen Investoren erlaubt es dem Führungsteam, Entscheidungen ohne Rücksicht auf externe Renditeerwartungen zu treffen und flexibel auf Trends im Streetwear-Markt zu reagieren.
Diese Unabhängigkeit zeigt sich auch in kleineren Details: LFDY setzt bewusst auf ein Showroom-Konzept in den eigenen Filialen, bei dem jedes Kollektionsteil nur einmal präsentiert wird, statt auf klassische Regalware. Das unterstreicht den Anspruch, eher eine Lifestyle-Marke als ein reines Bekleidungsunternehmen zu sein.
Nebenprojekte und Kooperationen
Neben dem Kerngeschäft betreibt Lorenz Amend über sogenannte Multishop-Konzepte weitere Marken gemeinsam mit bekannten Persönlichkeiten aus Musik und Sport. Der Rapper Kollegah vertreibt beispielsweise unter dem Label Copayn eigene Produkte, produziert und logistisch abgewickelt über die Infrastruktur von LFDY. Ähnliche Joint-Venture-Modelle bestehen mit weiteren Künstlern. Bei diesen Kooperationen bleibt die Eigentümerstruktur von LFDY selbst jedoch unangetastet, die Muttergesellschaft bleibt fest in der Hand von Amend und seinem Team.
Kurzüberblick: Fakten zu LFDY auf einen Blick
- Gründung: Dezember 2012 als Live Fast Die Young Clothing GmbH, erste Aktivitäten bereits ab 2005/2009
- Gründer: Lorenz Amend und Patrick van den Heuvel, zeitweise auch Jordan Lastro
- Geschäftsführung heute: Lorenz Amend und Karl Krumland (CFO)
- Sitz: Düsseldorf
- Eigentümerstruktur: vollständig in Grüner Hand, keine externen Investoren
- Umsatz 2020: rund 34,5 Millionen Euro
- Vertrieb: ausschließlich über eigenen Onlineshop und Flagship-Stores
- Zielgruppe: hauptsächlich Männer zwischen 15 und 35 Jahren
Häufig gestellte Fragen zu LFDY
Wem gehört LFDY?
LFDY gehört den Gründern Lorenz Amend und Patrick van den Heuvel. Es gibt keine externen Investoren oder Anteilseigner.
Wer ist der Geschäftsführer von LFDY?
Aktueller Geschäftsführer ist Lorenz Amend, unterstützt von CFO Karl Krumland, der die Finanzen des Unternehmens leitet.
Wo werden LFDY-Produkte hergestellt?
Die Kollektionen werden hauptsächlich in der Türkei, in China und in Pakistan gefertigt, wobei LFDY nach eigenen Angaben verbindliche Standards mit den Produktionsstätten vereinbart.
Gehört LFDY zu einem größeren Modekonzern?
Nein. LFDY ist ein eigenständiges, privat geführtes Unternehmen ohne Zugehörigkeit zu einem Modekonzern.